Economy

US-Handelszölle

April 2, 2025 · Von Anton Sussland
US-Handelszölle

Das 90-tägige Zollmoratorium hebt einen Basiszoll von 10 % auf alle Güter nicht auf. Wir erwarten eine Verlängerung des Moratoriums bis in den Herbst und eine letztliche Lösung der Zollfrage in einer für amerikanische Unternehmen und Finanzmärkte akzeptablen Weise.

Das 90-tägige Zollmoratorium hebt einen Basiszoll von 10 % auf alle Güter nicht auf. Wir sind der Ansicht, dass die 90-Tage-Frist, die im Juli abläuft, für die US-Regierung nicht ausreichen wird, um mit allen Ländern neue Zölle auszuhandeln. Zudem ist der Juli ein Monat, in dem viele Regierungsangestellte sowie Politiker in die Ferien gehen.

Wir erwarten daher, dass das Moratorium bis in den Herbst verlängert wird. In diesem Zeitraum werden die 10 %-Zölle von amerikanischen Konsumenten und Unternehmen getragen, doch die Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft dürften beherrschbar sein. Wir gehen letztlich davon aus, dass sich die USA mit weit weniger begnügen werden, als Trump oder Mitglieder seiner Regierung gefordert haben, angesichts der negativen wirtschaftlichen Risiken für die amerikanische Wirtschaft.

Die Zeit läuft gegen die US-Regierung. Denn mit den Zwischenwahlen zum Kongress in weniger als 17 Monaten stellt sich die Lage wie folgt dar:

1) Je länger die wirtschaftliche Flaute anhält, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikaner die Zwischenwahlen verlieren;

2) Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikaner die Zwischenwahlen verlieren, desto weniger geneigt sind Unternehmen, bedeutende Investitionsentscheidungen zu treffen, aufgrund der regulatorischen Unsicherheit im Falle eines Machtwechsels im Kongress;

3) Je länger Unternehmen den Ausgang der Zwischenwahlen abwarten, desto stärker verschärft sich die wirtschaftliche Flaute.

Und der Kreislauf beginnt bei Schritt 1 von Neuem.

Deshalb erwarten wir, dass die Zollfrage in einer Weise gelöst wird, die von amerikanischen Unternehmen und den Finanzmärkten als akzeptabel erachtet wird.