UBS wird die Schweiz nicht verlassen. Hier ist der Grund.
Nach dem Untergang der Credit Suisse haben das Schweizer Parlament und die Behörden strengere Eigenkapitalregeln für die vier systemrelevanten Schweizer Banken diskutiert. Die neuen Regeln scheinen sich vor allem gegen UBS zu richten.
Nach dem Untergang der Credit Suisse haben das Schweizer Parlament und die Behörden strengere Eigenkapitalregeln für die vier systemrelevanten Schweizer Banken diskutiert. Die neuen Regeln scheinen sich vor allem gegen UBS zu richten.
UBS hat lautstark ihren Unmut über die neuen Eigenkapitalvorschriften geäussert, denen sie unterliegen könnte. Wir teilen die Ansicht von UBS, dass das zu lösende Problem die Liquidität ist und nicht die Eigenkapitalquoten. Denn die Credit Suisse wurde aufgrund von Liquiditätsproblemen (eines Bank Runs) nicht überlebensfähig und musste gerettet werden — nicht wegen unzureichender Eigenkapitalquoten.
Gleichwohl konzentrieren sich die Regulatoren auf strengere Eigenkapitalanforderungen, und es wurde über einen Wegzug von UBS aus der Schweiz spekuliert. Dies erscheint höchst unwahrscheinlich, wenn man die folgende Frage zu beantworten versucht: In welche Jurisdiktion könnte UBS gehen und ihre Geschäfte entwickeln? Betrachten wir die Alternativen.
USA: Dies würde UBS weniger Regulierung, aber höheren Steuern als in der Schweiz unterwerfen. Es wäre zudem aus geopolitischen Gründen dem Geschäft in Asien und Europa abträglich. Viele internationale Private-Banking-Kunden mögen die Vorstellung nicht, bei einer US-Bank zu sein und allen potenziellen US-Risiken ausgesetzt zu sein, einschliesslich möglicher Steuern im Erbfall.
Vereinigtes Königreich: Nach dem Brexit verliert das Vereinigte Königreich seinen Status als Finanzmetropole. Die neuen Steuerregeln veranlassen Privatpersonen, das Land zu verlassen, und die Unternehmenssteuern für UBS wären höher als in der Schweiz.
Frankreich (Paris), Deutschland (Frankfurt), Italien (Mailand): All diese europäischen Hauptstädte verzeichneten nach dem Brexit einen Aktivitätszuwachs. Allerdings haben all diese Länder hohe Unternehmenssteuern. Auch das Länderrisiko dieser Staaten könnte für Kunden zum Problem werden.
Hongkong: UBS könnte ihren Hauptsitz nicht nach Hongkong verlegen, da sie dadurch zu einer chinesischen Bank würde, mit den offensichtlichen Folgen.
Singapur: Da sich Singapur zunehmend China annähert, ist ein Umzug von UBS dorthin nicht denkbar.
Fazit: Für UBS gibt es schlicht keinen besseren Standort für ihr Geschäft als die Schweiz. Nicht nur sind die Steuern tiefer, es gibt auch weit weniger geopolitische Probleme.
Schliesslich ist die finanzielle Gesundheit von Banken eng mit dem Land verbunden, in dem sie tätig sind, da ein grosser Teil ihrer Liquidität und ihres Eigenkapitals in Staatsanleihen investiert ist. Italienische Banken haben ein hohes Engagement in Anleihen des italienischen Staates. Amerikanische Banken haben ein hohes Engagement in US-Staatsanleihen. Britische Banken haben ein hohes Engagement in britischen Anleihen. Schweizer Banken haben ein hohes Engagement in Schweizer Anleihen. Für vermögende Anleger ist das Kreditrisiko der Schweiz weit besser als jenes der USA, des Vereinigten Königreichs oder irgendeines europäischen oder asiatischen Landes.


