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Säule 3a vs. Säule 3b: welche Strategie für Ihre Altersvorsorge in der Schweiz?

30 July 2026 · By Anton Sussland
Säule 3a vs. Säule 3b: welche Strategie für Ihre Altersvorsorge in der Schweiz?

Das Schweizer Vorsorgesystem kennt die gebundene (3a) und die freie (3b) Vorsorge. Welche Strategie ist für Sie die richtige und wie optimieren Sie Ihre Steuerlast?

Das Schweizer Vorsorgesystem basiert auf drei Säulen: der staatlichen AHV, der beruflichen Vorsorge (BVG) und der privaten Vorsorge. Die dritte Säule, oft als individuelle Vorsorge bezeichnet, umfasst sowohl die gebundene Vorsorge (Säule 3a) als auch die freie Vorsorge (Säule 3b). Beide Instrumente haben unterschiedliche steuerliche Vorteile und Rahmenbedingungen.

Was ist die Säule 3a (gebundene Vorsorge)?

Die Säule 3a ist ein staatlich gefördertes Vorsorgesystem mit jährlichen Einzahlungslimiten. Für 2025 beträgt der maximal abzugsfähige Betrag CHF 7 258 für Arbeitnehmende, die einer Pensionskasse angeschlossen sind. Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse können bis zu 20 % des Nettoeinkommens, maximal CHF 36 288, einzahlen. Diese Einzahlungen sind vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig – auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Das angesparte Kapital ist bis zur Pensionierung oder bestimmten Ausnahmetatbeständen gesperrt.

Was ist die Säule 3b (freie Vorsorge)?

Die Säule 3b umfasst alle anderen Formen der privaten Vermögensbildung ausserhalb des 3a-Rahmens: Sparkonten, Wertschriftenportfolios, Lebensversicherungen und Immobilien. Es gibt keine Einzahlungslimiten und keine Sperrfrist für Rückzüge. Steuerliche Vorteile sind auf Bundesebene kaum vorhanden; einige Kantone gewähren jedoch beschränkte Abzüge für bestimmte Lebensversicherungsprämien oder Sparverträge.

Welche Strategie ist empfehlenswert?

Die Grundregel lautet: Nutzen Sie zunächst jedes Jahr den maximalen 3a-Abzug, bevor Sie in die Säule 3b investieren. Der steuerliche Abzug der Säule 3a entspricht einem garantierten Renditeaufschlag in Höhe Ihres Grenzsteuersatzes. Bei einem Grenzsteuersatz von 40 % ergibt ein Einzahlungsbetrag von CHF 7 258 eine Steuerersparnis von rund CHF 2 900 im folgenden Jahr. Ist der 3a-Höchstbetrag ausgeschöpft, lohnt sich der Aufbau einer Säule 3b für darüber hinausgehende Ersparnisse.

Konto 3a oder Versicherung 3a?

Für die Säule 3a stehen zwei Varianten zur Verfügung: das Bankkonto 3a und die Versicherungspolice 3a. Das Bankkonto bietet mehr Flexibilität – Einzahlungen können jährlich angepasst werden – und mittlerweile auch die Möglichkeit, in Wertschriften zu investieren. Die Versicherungspolice beinhaltet häufig einen Todesfallschutz und eine Invaliditätsdeckung, ist jedoch weniger flexibel und mit höheren Kosten verbunden.

Staffelung des 3a-Bezugs: eine unterschätzte Steuerstrategie

Ein häufig unterschätzter Steuervorteil liegt in der gestaffelten Auszahlung der Säule 3a. Es ist möglich, bis zu fünf 3a-Konten zu führen und diese bei der Pensionierung auf verschiedene Steuerjahre verteilt zu beziehen. Da 3a-Auszahlungen zu einem reduzierten Sondertarif besteuert werden, lassen sich durch den gestaffelten Bezug höhere Steuerprogression und dadurch höhere Steuersätze vermeiden. Diese Strategie sollte frühzeitig – idealerweise zehn bis fünfzehn Jahre vor der Pensionierung – geplant werden.

Die private Vorsorge ist ein mächtiges Instrument der Steuer- und Vermögensplanung in der Schweiz. Eine massgeschneiderte Strategie, abgestimmt auf Ihre persönliche, berufliche und steuerliche Situation, maximiert die langfristigen Vorteile.